Sieber-Huus

Quartierinformation Zürich, 13. Juni 2017

Zürich-Affoltern erhält ein „Sieber-Huus“


Geschätzte Affoltermerinnen und Affoltermer 

Die reformierte Kirchgemeinde Zürich-Affoltern verfügt über etliche Liegenschaften, welche zum Teil nicht mehr in kirchlichem Zusammenhang genutzt werden. So sind bereits zwei Pfarrhäuser fremdvermietet, und eines unserer Kirchgemeindehäuser wird von der Schule für einen Hort genutzt. Nun hat sich die reformierte Kirchgemeinde Zürich-Affoltern entschlossen, den westlichen Teil des heutigen Kirchenzentrum-Areals zwischen Wehntalerstrasse und Riedenhaldenstrasse, auf welchem sich heute zwei in die Jahre gekommene Pfarrhäuser befinden, zu überbauen.

Die Stiftung Sozialwerke Pfarrer Sieber als Hauptmieterin 

Als Hauptmieterin des Neubaus ist die Stiftung Pfarrer Ernst Sieber (SWS) vorgesehen. Ebenfalls dort untergebracht werden sollen die Pestalozzi-Bibliothek, ein Café sowie zwei Wohnungen für kirchliche Belange. Mit dem angestrebten Projekt zwischen dem heutigen Kirchenzentrum und dem Fussweg „Am Sägertenbach“ können wir mit gleichzeitigem Blick auf unseren kirchlichen Auftrag wie auch die nachhaltige Liegenschaftsbewirtschaftung etwas Sinnvolles gestalten: Wir unterstützen eine zutiefst kirchliche Sozialarbeit, reduzieren den Bestand an renovationsbedürftigen kirchlichen Bauten (Einsparung von Unterhaltskosten) und können gleichzeitig eine öffentliche Teilnutzung für die Bevölkerung in Affoltern anbieten.

Langfristige Miete schafft Planungssicherheit

Die Sozialwerke Pfarrer Sieber (SWS) sind von ihrer Geschichte her eine Institution, deren feste Einrichtungen in erster Linie in älteren Mietobjekten untergebracht sind. Diese Art der Objektnutzung ist aufgrund permanenter Suche nach bezahlbaren Liegenschaften und damit verbunden fortwährender Planung und Finanzierung von Umzügen und Einrichtungsanpassungen sehr aufwändig. Der Bezug eines auf lange Frist hinaus gesicherten Mietobjekts ist für die Sozialwerke Pfarrer Sieber und die betroffenen Bewohner daher eine grosse Erleichterung.

Realisierung einer gesellschaftlichen Vision

In dem Neubau werden das SWS-Spital Sune-Egge (heute an der Konradstrasse 62) und seine Pflegestation Sunegarte (heute in Egg ZH) mit zusammen 48 Betten sowie die Wohneinrichtung Brothuuse (heute an der Mühlackerstrasse 4 in Zürich-Affoltern) mit aktuell 27 Plätzen und die Administration der Stiftung untergebracht sein. Der Neubau wird rund 35 Millionen Franken kosten, wobei der Innenausbau von den SWS finanziert wird, um langfristig die Mietkosten tief zu halten. Mit dem Neubau wird Pfarrer Siebers Vision eines Orts für Bedürftige im Zentrum der Gesellschaft Realität.

Nutzen für die Kirche und das Quartier

Ein Neubau bringt nicht nur den SWS, sondern auch der reformierten Kirche und dem Stadtteil Affoltern einen Mehrwert. Die reformierte Kirche nimmt ihre Verantwortung gegenüber ihren Mitgliedern wahr und optimiert den finanziellen Aufwand für die Liegenschaftsbewirtschaftung. Zugleich kann sie ihr diakonisches Profil schärfen, die Bedeutung kirchlicher Arbeit für die Gesellschaft konkret veranschaulichen und die Verantwortung für gesellschaftlich schwache Menschen vorleben – Motto: Handeln statt reden. Zürich-Affoltern als Stadtteil erhält dank der Popularität von Pfarrer Sieber und seiner Stiftung eine Einrichtung mit positiver Wahrnehmung und landesweiter Ausstrahlung.

Bessere Infrastruktur für das Spital Sune-Egge

Mit dem Neubau des Spitals Sune-Egge erfüllt sich für die Stiftung Sozialwerke Pfarrer Sieber ein lange gehegter Wunsch. Weil die Räumlichkeiten des Fachspitals für Sozialmedizin und Abhängigkeitserkrankungen an der Konradstrasse 62 nicht alle aktuellen Bedürfnisse abdecken – das Spital ist in einem als Wohnhaus konzipierten Gebäude untergebracht –, bedeutet der Bezug adäquater Einrichtungen für Patienten und Personal eine grosse Entlastung. Die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich sowie das Gesundheits- und Umweltdepartement der Stadt Zürich begrüssen diesen Neubau.

Sicherheit für alle

Mit ihrer langjährigen Erfahrung bürgen die SWS für die sichere Integration ihrer Betreuungseinrichtung ins Quartier. Das beweisen sie gegenwärtig mit dem Spital Sune-Egge an der Konradstrasse, der Pflegestation Sunegarte in Egg ZH, der Suchthilfeeinrichtung in Pfäffikon ZH und der Wohnsiedlung Brothuuse an der Mühlackerstrasse in Affoltern. An allen Orten sind die jeweiligen Betriebe bestens in ihre Umgebung integriert. Weil sowohl die SWS als auch die reformierte Kirchgemeinde Zürich-Affoltern mit der Wohnsiedlung Brothuuse in der Nähe des Bahnhofs Zürich-Affoltern selber gute Erfahrungen machen, sind wir überzeugt, dass das neue Sieber-Huus zu einem Gewinn für Bewohner und Quartier wird. Der Bewohner- und Besuchermix zwischen Bewohnern im Übergang zum ersten Wohnungsmarkt, Patienten und Langzeitpflegebedürftigen, Administration, Bibliothek und ggf. einem weiteren öffentlichen Nutzer wird dem Zentrum Glaubten mehr Leben einflössen.

Bezug im Herbst 2021

Die Planung des Neubaus in Zürich-Affoltern sieht wie folgt aus: Im Oktober dieses Jahres wird ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. In der zweiten Jahreshälfte 2018 soll das Vorprojekt ausgearbeitet werden, so dass die Baueingabe Mitte 2019 erfolgen kann. Der Baubeginn ist für Frühjahr 2020 geplant, der Bezug der Liegenschaft erfolgt frühestens im Herbst 2021.

Kirchenpflege unterstützt das Projekt 

Die Kirchenpflege unterstützt dieses spannende und bereichernde Projekt. Seit vielen Jahren pflegen wir einen guten Kontakt zur Stiftung von Pfarrer Sieber und wissen um deren professionelles Arbeiten. Deshalb freuen wir uns auf das Projekt. Es ist uns ein Anliegen, dass auch Sie als Bewohner von Zürich-Affoltern den Nutzen dieses Projekts erkennen. Wir laden Sie deshalb zu einer Info-Veranstaltung ein:

Informationsveranstaltung für die Bevölkerung

Eine öffentliche Info-Veranstaltung zum Projekt wird am Mittwoch, 5. Juli, um 19.30 Uhr in der reformierten Kirche Zürich-Affoltern stattfinden.

 

Die Sozialwerke Pfarrer Sieber (SWS) bieten Menschen in Not – wie Suchtkranken, Obdachlosen, psychisch und physisch Leidenden, Mittellosen und Heimatlosen – seelsorgerliche, soziale, medizinische und materielle Hilfe an. Unsere Angebote orientieren sich am Konzept „auffangen – betreuen – weiterhelfen“ und haben zum Ziel, Menschen schrittweise in die Gesellschaft zurückzuführen. Die SWS werden dort aktiv, wo andere Netze fehlen. Sie aktualisieren die biblische Botschaft der Nächstenliebe im Blick auf die gesellschaftliche Not. Gegenwärtig arbeiten 180 Mitarbeitende und rund 100 Freiwillige für die SWS. Gegründet wurde die Stiftung 1988.

Zentrum Glaubten
Areal der reformierten Kirche Zürich-Affoltern. Das Sieber-Huus wird im westlichen Teil (links) erstellt.

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